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Der progressive Gehschritt in der Rumba - Teil 2

Im ersten Teil zum Thema „progressive Gehschritte in er Rumba“ haben wir einen Blick auf den Vorwärtsgehschritt geworfen. Dabei war festzustellen, dass dieser „einfache“ Schritt in seiner Ausführung und Bedeutung gerne unterschätzt wird, und für die richtige Bewegungsqualität ein ordentliches Maß an „know how“ und Übung benötigt wird.

Die Grundlagen für die Bewegung im Raum haben wir bereits ausführlich besprochen. Der Vorwärtsgehschritt kann jedoch in seiner Form als „Vorwärtsgehschritt Drehung“ („Forward Walk Turning“) auch dazu verwendet werden, um eine Richtungsänderung einzuleiten, und so z.B. in eine Rückwärtsbewegung zu gelangen.

 

Wird der Vorwärtsgehschritt bevor die Gewichtsübertragung vollendet wird abgecheckt (diese Bewegung nennt sich „Latin Cross“), kann die Tanzrichtung ebenfalls geändert, und eine Rückwärtsbewegung eingeleitet werden.

In beiden Fällen ist die Trainingszeit gut investiert, wenn man sich die Zeit nimmt, um seine Choreographie nach diesen Vorwärtsgehschritt Drehungen oder Latin Cross-Positionen abzusuchen. Viele werden überrascht sein, wie oft sich diese unscheinbaren Bewegungselemente sowohl bei den Herren als auch bei den Damen in den einzelnen Figuren wiederfinden!

 

Wie für den Vorwärtsgehschritt ist auch für den Rückwärtsgehschritt eine aufrechte Körperhaltung die Grundvoraussetzung. Das freie Bein wird nach rückwärts geführt, ohne vorerst den Schwerpunkt zu verlagern. Erst anschließend wird das Körpergewicht über das neue Standbein gebracht. Würde sich das Körpergewicht gemeinsam mit dem Bein nach hinten verlagern, wäre das Ergebnis eine „Rückenlage“, die ein Führen oder Führen lassen nicht zulassen würde. Deshalb befindet sich sowohl für den Vorwärtsgehenden als auch für den Rückwärtsbewegenden der Körperschwerpunkt jeweils vorne und damit auch im Paar zueinander.

 

Die Rückwärtsbewegung des Schreitbeines wird durch das Beugen des Knies ermöglicht. Dabei bleibt der Fuß im ständigen Kontakt mit dem Boden, d.h. es hat anfangs noch der gesamte Ballen und dann nur noch die Fußspitze Kontakt zum Boden. Beim Zurückführen des Beines streckt allmählich das Knie und erst wenn die Ferse den Boden berührt, streckt das Bein komplett durch. Das Ausdrehen des Beines erleichtert das Finden der neuen Balance über dem neuen Standbein.

Das vordere Bein bleibt noch unter Spannung und mit leichtem Druck am Boden, dabei löst sich durch die Streckung des Fußes die Ferse vom Boden. Die Muskulatur des Beines rotiert nach außen. Der neue Bewegungszyklus beginnt mit der Hüftrotation („settlement“). Dazu steht im Buch „Latin – Thinking, Sensing and Doing in Latin American Dancing“ von Ruud Vermey zu lesen:

„In the Rumba, the walks do not serve to create „travelling“, but to serve the weight transference. This weight transference merges with a twisting action and it is the sequential coupling of these two actions that contributes to the essential character oft the Rumba.“

 

Durch die Hüftbewegung vermittelt das vorwärts gestreckte Bein den Eindruck, optisch länger zu sein als das Standbein. Auch bei der Rückwärtsbewegung kann die durch die Hüftbewegung erzeugte Rotation in der Wirbelsäule von geübten Tänzern durch eine Relaxation der Schulter verstärkt werden.

 

Die Arme sollen sowohl beim Vorwärtsgehschritt, als auch beim Rückwärtsgehschritt natürlich mit bewegt werden.Dabei ist zu beachten, dass die Bewegung des Rückens von den Armen aufgenommen, und bis in die Fingerspitzen ausgeführt wird.

 

Technisch hochwertig ausgeführte Gehschritte sind für jede Rumba Choreographie eine Bereicherung. Leider bevorzugen besonders in den höheren Startklassen viele Tänzer dennoch gelaufene Schritte, Synkopen oder Mehrfachdrehungen die zwischen zwei Posen getanzt werden. Diese sind zwar technisch sicher auch anspruchsvoll, charakterisieren aber nicht den Tanz. Dabei sollte man an der Bewegungstechnik eigentlich erkennen können, um welchen Tanz es sich handelt …

 

 

 

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