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Der progressive Gehschritt in der Rumba - Teil 1

Jeder Tanz lässt sich mit einer Grundbewegung charakterisieren. In der Samba ist das beispielsweise die "Bounce Aktion", im Cha Cha Cha das "Chasse" bzw. der "Lockstep".

Viele Bewegungen die in der Rumba getanzt werden, basieren auf dem Vorwärtsgehschritt und der damit verbundenen Hüftaktion.

Wie wird eine Vorwärtsbewegung in der Rumba charakteristisch richtig ausgeführt? Worin unterscheidet sich eine Bewegung die zur Musik von einer Bewegung die zwar im Takt getanzt wird, aber dennoch nicht musikalisch ist?

 Grundvoraussetzung für eine harmonische Ausführung der Vorwärtsbewegung ist die korrekte Haltung, sowie das richtige Maß an Spannung im Körper. Nur wenn alle Blöcke aufrecht übereinander liegen, und die Spannung in der Muskulatur ausgeglichen ist, kann die Bewegung differenziert in Geschwindigkeit und Rhythmik ausgeführt werden.

Ist zu viel Spannung im Körper, kann die Bewegung nicht schnell genug ausgeführt werden, und sie wirkt steif. Bei zu wenig Spannung, wirkt die Bewegung kraftlos, unkontrolliert und nicht akzentuiert. Wenn der Körper aber in Balance ist, und sich das komplette Körpergewicht über dem Standbein befindet, kann das freie Bein schnell und exakt nach vorne gebracht, und das Körpergewicht zeitgerecht auf das neue Standbein übertragen werden. Das gibt uns die Möglichkeit, den von den Schlaginstrumenten erzeugten musikalischen Akzent durch unsere Bewegung zu betonen, und damit die Charakteristik der Musik zu unterstreichen.

 

Betrachten wir den Vorwärtsgehschritt im Detail:

Bevor der Vorwärtsgehschritt ausgeführt wird, steht man auf einem gestreckten Standbein, das Knie ist durchgedrückt. Das freie Bein (das sogenannte "Schreitbein") ist nach hinten gestreckt - es hält die Spannung bis in die Fußspitze. Dadurch entsteht nicht nur ein ästhetisches Bild, es wird auch eine Verbindung zum Boden aufgebaut, die dabei hilft, den Körper zu stabilisieren und eine aufrechte Haltung zu bewahren. Am Beginn des Gehschrittes bewegen sich die Körperzentren nach vorne. Damit die Balance noch gehalten werden kann, rotiert die Hüfte des Standbeines nach hinten. Dadurch bekommt das Standbein noch mehr Druck, der Schwerpunkt bewegt sich weiter in Richtung zum Boden und gleichzeitig in Richtung Ferse.

 

Geübte Tänzer reagieren auf die durch die Hüftaktion verursachte Rotation in der Wirbelsäule, indem sie gleichzeitig mit dem Schultergewicht die Kontraktion der Seite und den Druck zum Boden verstärken.

Kurz bevor der Körper durch seine Vorlage aus dem Gleichgewicht gerät, wird das freie Bein unter dem Körper nach vorne bewegt.

Beim "normalen" Gehen auf der Straße rollt man bei der Gewichtsverlagerung über die Ferse auf den flachen Fuß und federt den Schritt durch ein leichtes Beugen im Knie ab. Da bei der Rumba der Schritt mit gestrecktem Knie angesetzt und belastet wird übernimmt hier das Fußgelenk die Arbeit des "Stoßdämpfers".

Damit das Kniegelenk nicht zustark belastet wird, benötigt man ein hohes Maß an muskulärer Kontrolle. Zuerst wird die Fußspitze nach vorne geführt, dann der Ballen des freien Fußes abgesenkt, und anschließend berührt die Ferse den Boden.

 

Das Ansetzen des Schrittes mit durchgestrecktem Knie wird auch durch die in den Lateintänzen typische Auswärtsdrehung der Füße ("inherent turn") erleichtert. Dieses "Ausdrehen" ist eine Technik, die auch in anderen Tanzformen wie z.B. im Ballet zum Einsatz kommt. Die korrekte Bewegung wird dabei nicht nur von den Fußgelenken alleine ausgeführt. Die Rotation kommt vielmehr aus der Hüfte, und setzt sich durch das Bein bis in den Fuß fort. Würde man trotz der leichten Außenrotation versuchen das Standbein in der Belastungsphase vorwärts zu beugen, könnte das Verletzungen im Kniegelenk zur Folge haben, weil die Beinachse (das Knie) im Moment der Belastung nicht gerade nach vorne zeigt, sondern leicht seitlich.

Am Ende des Vorwärtsgehschrittes ist das ursprüngliche Standbein nunmehr nach hinten gestreckt und hält die Spannung. Der Bewegungsablauf kann mit dem anderen Bein wiederholt werden.

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, handelt es sich bei dem Vorwärtsgehschritt um eine charakteristische, wenn nicht sogar essentielle Bewegungstechnik in der Rumba. Der Vorwärtsgehschritt ist nicht nur dazu da, sich im Raum weiter zu bewegen, er wird auch z.B. in der Ausführung als „Vorwärtsgehschritt Drehung“ dazu verwendet, um Richtungswechsel einzuleiten.

Mehr zu diesem Thema und zum Rückwärtsgehschritt gibt es dann demnächst im zweiten Teil zu den progressiven Gehschritten in der Rumba.

 

Mein Tipp: die Theorie in die Praxis umsetzen, und die Vorwärtsgehschritte auch alleine, ohne den Partner, üben. Ihr werdet sehen, wie schnell sich eine qualitative Verbesserung einstellen kann, wenn man sich die Zeit nimmt, und täglich konsequent einige wenige Grundprinzipien für sich durchgeht.

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