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Paso Doble - Spanish Gipsy Dance - oft falsch verstanden

Der Paso Doble als europäischer Tanz, besitzt bei den lateinamerikanischen Tänzen, gleich wie der Tango bei den Standardtänzen, eine Sonderrolle.

Die Musik wird heute im 2/4 Takt gespielt, wie für einen Marsch üblich (früher waren einige Paso Doble auch im 3/4 Takt). Jeder Taktschlag ist im Paso Doble gleich akzentuiert. Manchmal ist der 1. Taktschlag betont, aber nicht jeder erste Taktschlag. Im Allgemeinen geht die musikalische Struktur über vier Taktschläge bzw. zwei Takte, oder über acht Taktschläge und der erste Taktschlag ist betont. Der nächste betonte ist dann Taktschlag neun. "Espana Cani", ist neben dem "Spanish Gipsy Dance" der auf Turnieren meistgespielten Paso Doble. Beim "Espana Cani" und einigen Variationen davon, baut sich die Musik dramatisch bis zu den einzelnen Höhepunkten, den sogenannten "Highlights" auf, und wird durch diese rhythmisch unterbrochen. Diese Höhepunkte unterteilen den Tanz in verschieden lange, und musikalisch unterschiedlich interpretierte Stücke. Die Choreographien der Tänzer sind meist genau auf diesen Paso Doble abgestimmt. Werden andere Paso Doble Stücke gespielt, bereiten diese den Turnierpaaren oft Probleme, weil die Musik auf die "Highlights" verzichtet.

 Der Ursprung des Turniertanzes ist ein südfranzösischer Marsch, der "Pas Redouble". Dies sollte auch bei der Choreographie berücksichtigt werden. Marschieren heißt, die Schritte werden, wie auch bei anderen europäischen Tänzen, auf der Ferse angesetzt. Kein Soldat, kein Musiker in einer Musikkapelle käme auf die Idee, mit Ballenschritten zu marschieren. Entschlossenheit, Stolz und Dominanz kommen durch diese Fußtechnik besser zum Ausdruck. Auch die Körperhaltung, die sich stark von den anderen Lateintänzen unterscheidet, lässt sich daraus ableiten. Die Knie sind nicht vollständig durchgestreckt, Becken- und Armpositionen daran angepasst.

Viele der typischen Figuren in der Turnierform des Paso Doble gehen auf die Interpretation des Stierkampfes zurück. Auch die Namen wie "Chasse Cape", "Banderillas", "Coup de Pique", sind Begriffe aus dem Stierkampf. Der Torero bewegt sich stolz mit seiner Muleta (dem "roten Tuch") über die Fläche (Arena). Zuerst präsentiert er sich dem Publikum, dann, wenn der Stier in die Arena gelassen wird, ist er vollständig auf den Stier focusiert. Er lässt diesen nicht aus den Augen, denn das könnte tödlich für ihn enden. Der Gesichtsausdruck ist konzentriert und überlegen, aber nicht aggressiv oder gar unsicher. Ein wütender oder ängstlicher Gesichtsausdruck wäre kontraproduktiv, denn Angst und Aggression lassen die Muskeln verkrampfen und verhindern damit schnelle und präzise Ausweichbewegungen. Ein erfahrener Stierkämpfer vermittelt Stolz und Eleganz, er soll Gelassenheit und Souveränität ausstrahlen. Interpretiert ein Tänzer Figurenmaterial, das den Stierkampf charakterisiert, sollte der Blick immer Richtung Stier und nicht auf die Muleta (Dame) gerichtet sein, denn ein Torero würde während des Kampfes nie den Stier aus den Augen verlieren (z.B.: Chasse Cape, Chasse, La Passe, Twists).

Der Parkettboden bebt oft, wenn die Tänzer beim Apell oder beim Schließen in den Boden stampfen. Oft wird erklärt, dass der Apell nur ein lautloses Absenken ist, weil ein Stampfen in der Arena durch den Sand nicht zu hören ist. Das stimmt natürlich, dennoch sieht man den Torero oft Richtung Stier gehen, und dann energisch die Füße schließen. Wenn der Stier in die Arena gelassen wird, ist er meist orientierungslos und geht nicht sofort auf den Torero los. Er reagiert auch nicht auf die Farbe des roten Tuches, wohl aber auf die Bewegung. Deshalb reizt der Torero den Stier mit der Muleta und stampft in den Boden um Staub aufzuwirbeln, und so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wenn der Torero dann den Stier mit der Muleta an seinem Körper vorbeiführt, will er immer Überlegenheit und Gelassenheit ausstrahlen, denn diese Angstlosigkeit bringt ihm die Bewunderung des Publikums.

Weitere Einflüsse kommen auch vom Flamenco. Die Beziehung des Paares steht im Vordergrund. Die Tänzer konzentrieren sich stärker aufeinander, die Beziehung Mann - Frau kommt deutlicher durch den Blickkontakt und die Körperhaltung, insbesondere die Arm- und Handbewegungen zum Ausdruck. Oft verkörpert die Dame auch das Bild der stolzen Zigeunerin. Typische Figuren für den Einfluss des Flamenco sind: Flamenco Taps, Spanish Line, Surplace etc.

Im Paso Doble ist es besonders wichtig, dass sich die Tänzer Gedanken zu Ihrer Rolle im Tanz machen. Sie sollten nicht nur auf die Phrasierung achten, sondern auch überlegen, was sie mit der Choreographie bzw. den einzelnen Figuren zum Ausdruck bringen möchten. Wenn die auf die Musik zugeschnittene Choreographie nicht nur eine Anhäufung von im Rhythmus passenden Figuren sein soll, sondern damit der Tanz charakterisiert wird, wäre es gut sich damit zu beschäftigen, was der Ursprung einzelner Figuren ist, und ob diese zur gespielten Musik passen (z.B.: Flamencofiguren dort, wo die Musik dies wiederspiegelt). Es geht darum, in die Rolle einer stolzen Spanierin, eines Flamencotänzers bzw. einer –tänzerin, oder in die eines Toreros zu schlüpften und diese im wahrsten Sinne des Wortes zu „verkörpern“. Vermeiden sollte man dagegen, mit verbissenem Gesichtsausdruck über die Tanzfläche zu stampfen, und sich gegenseitig „anzugiften“. Überlegenheit und Stolz sollte nicht mit Aggression und Zorn verwechselt werden.

Das anschließende Video zeigt einige typische Bewegungen eines Toreros im Stierkampf.

 

 

 

 

Ich möchte mich hiermit klar von der Tierquälerei beim Stierkampf distanzieren. Das Video soll nur die Bewegungen des Toreros zeigen, die beim Paso Doble tänzerisch dargestellt werden sollen.

 

 

 

 

 

 

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